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New York: Kaffeeparadies oder Kaffeewüste?

Das andere Kaffee-USA

Kaffee trinken in den USA ist für viele eine grauenvolle Vorstellung. Kennen Sie beispielsweise die Hotel-Kaffees? In riesengroßen Behältern wird braune Flüssigkeit über Stunden warm gehalten und dann in 300ml große Becher abgefüllt.

Bei einem Besuch im Big Apple entdeckten wir aber auch ein anderes Kaffee-USA. In den letzten Jahren hat sich ein beeindruckendes Angebot in New York entwickelt. Das wollen wir hier vorstellen. Über den Frühstücks-Kaffee im Hotel können wir nicht berichten: Da sind wir auf Tee ausgewichen ;-).

 

 

Teuer aber gut

In New York braucht man die große Brieftasche. 4 Dollar berappt man schnell für einen Espresso. Bei einem Cappuccino steht dann auch schonmal schnell ein Sechser vorne. Doch kann auch die Qualität mithalten? In vielen Fällen: Ja.

Dass es gute Qualität gibt, war nicht überraschend. Vielmehr hat uns die Dichte von tollen Cafés überrascht.

Unsere Such-Taktik war wie folgt:

  • "Coffee" suchen bei Google Maps für die aktuelle Umgebung und Photos / Rezensionen ansehen.
  • Danach das Erstbeste besuchen, dass sich in der Umgebung nett anhört.
  • Und bis auf eine Ausnahme wurden wir jedes Mal mit gutem bis tollem Kaffee belohnt.
  • Zwischendurch sind wir auch in ein Café gegangen, dass beim Vorbeigehen vielversprechend ausgesehen hat.

Das Kaffee-Angebot in New York ist extrem groß. Daher können wir hier nur zufällig ausgewählte Cafés vorstellen - es ist definitiv kein kompletter Marktüberblick oder Café-Guide. Nichtsdestotrotz konnten wir viele Gemeinsamkeiten feststellen.

 

New York style Kaffee

Wie in so vielen Städten, hat sich auch in New York ein spezifischer Stil für die Qualitäts-Cafés herausgebildet:

  • Filterkaffee ist manchmal zu finden: Grundsätzlich wird aber mit der Espressomaschine zubereitet
  • Ein Espresso ist meist in Wirklichkeit ein doppelter Ristretto. Hatten wir uns Anfangs gewundert, dass etwa 40ml in der Tasse sind, begriffen wir nach einiger Zeit, dass diese mit doppelter Kaffeemenge zubereitet werden.
  • Macchiato (Espresso Macciato), Latte, Cappuccino, Americano und Espresso findet man überall. Neben Kuhmilch sind wie zu erwarten auch Milchalternativen überall zu finden. Latte Art ist übrigens Standard und wird erwartet.
  • Viele Cafés bieten zusätzlich noch "Signature Drinks" - eigene Kaffee-Kreationen an

Viele Cafés von Röstern

  • Das Kaffee-Angebot ist sehr Arabica-lastig.
  • Sehr viele Cafés rösten selbst und haben dann auch gleich mehrere Filialen: Die Zielgruppe ist in New York ja groß genug
  • Die Röstungen sind tendenziell hell bis mittel. Die Fruchtnoten sind oft vorhanden aber meist weniger dominant wie die Schokonoten.
  • Die Zubereitung wird oft sehr genau genommen: Kaffeemenge gewogen, Zubereitungsmenge gemessen.
  • Interessanterweise wird oft in ein Dosierglas extrahiert. Danach wird der Espresso in die Tasse umgeleert. Eine schlechtere Crema wird in Kauf genommen.

Geschmackvolle Einrichtung - teures Equipment

  • Die Durchschnitts-Espressomaschine in den Cafés ist viel teuerer als die bei uns. La Marzocco ist der Standard. Vereinzelt sind auch San Remo, Slayer, Synesso und andere Marken zu entdecken. Die bei uns so verbreiteten klassichen Zweikreiser sieht man dann eher "nur" in Restaurants - nicht in Top-Cafés.
  • Mühlenmäßig scheint die Nuova Simonelli Mythos fast eine Monopolstellung zu haben. Wir sahen wenig andere Geräte.
  • Manche Cafés haben auch für Vor-Ort-Trinker leider nur Becher. ToGo macht aber ohnehin die Mehrheit der Kundschaft aus.
  • Und wenn man mit Nicht-Kaffee-Trinkern unterwegs ist: Auch das Tee und Eistee-Angebot ist oft vielfältig.
  • Die Cafés selbst sind oft klein - bei den Mieten nicht überraschend. Die Einrichtung ist aber oft sehr geschmackvoll.

Felix Coffee Company (450 Park Ave S)

Den Kaffee bei Felix empfehlen wir auf jeden Fall im Café zu trinken. Das Ambiente ist im Stil des 19. Jahrhunderts und das Café ist wirklich schön bis ins Detail eingerichtet. Architektonisch ist es die #1. Auch preislich sind die Kaffees dort ganz oben auf der Liste. Es ist das teuerste Café, das wir besucht haben.

Geschmacklich war der Espresso sehr fruchtig und für unseren Geschmack ein wenig zu säuerlich. Bei einer Äthiopien/Kenya-Mischung ist das aber auch nicht verwunderlich. Die Mlichgetränke waren optisch top - geschmacklich mittelprächtig.

Madman coffee (54 University Pl)

Wir hatten gerade davor einen Kaffee getrunken. Aber eine Synesso Espressomaschine sieht man nicht so oft und so holten wir uns einen schnellen To-Go-Espresso bei diesem Mini-Laden im Uni-Viertel. Die Qualität war top - super schokoladig und vollmundig. Das Ambiente: ein typisches Studenten-Kaffee.

Joe Coffee (4037 23rd St, Queens)

Die Joe Coffee Hauptfiliale lag in der Nähe von unserem Hotel. Es überzeugte uns vom ersten Kaffee an. Nicht ganz zufällig steuerten wir danach immer wieder die Metro-Station an, wo der Joe Coffee Shop auf dem Weg lag. Wir waren Wiederholungs-Trinker.

Der Haupt-Espresso (Brasilien / Peru) hat eine angenehme Säure zum Start mit einer leichten Fruchtigkeit. Dann kommt aber eine tolle Karamell und Schoko-Note durch, die extrem lange angenehm im Gaumen bleibt.

Diese Filiale liegt in einem Industriegebiet und hat die Rösterei mit dabei. Ein Lorient 35kg Röster ist hier im Einsatz. Vor sechs Jahren gestartet, hat Joe Coffee mittlerweile 21 Filialen in Manhattan, Brooklyn und Queens. Wir hatten auch die Filiale 131 W 21st St besucht: Der dort getestete Single Origin konnte aber nicht mit dem Main Blend mithalten.

Bei Joe Coffee muss man auch die Eistees erwähnen: Selbstgemacht und nicht süß sind diese wirklich köstlich. Vor allem die Hibiskus-Variante hat uns sehr überzeugt.

Variety Coffee Roasters (368 Graham Ave, Brooklyn)

Variety Coffee gibt es in fünf Filialen. Wir waren in der Graham Avenue in Brooklyn. Leider wird hier in Becher serviert. Die Qualität war aber sehr gut und ein schöner frucht-schoko-Mix.

Hier gibt es auch sehr gute Süßspeisen und das Ambiente lädt zum Verweilen ein. Es waren viele Gäste mit Laptops da - ein klassisches Work-Café.

Kore Coffee (26A Elizabeth St,)

Das Mini-Café in China Town verwendet Bohnen von Counter Culture (North Carolina). Das Café ist extrem klein und wirkt wie eine One-Man-Show.

Ein super freundlicher Barista bereitete zu. Der Espresso war sehr rund, könnte aber unserer Meinung etwas mehr Körper vertragen. Die Croissants waren ein Hammer und auch der Eistee mundete sehr.

Grind The New York coffee shop (602 9th Ave)

Grind betreibt 2 Outlets, röstet selbst und ist seit 2,5 Jahren im Business. Wir besuchten die 9th Avenue. Der auf der San Remo F18 zubereitete Hausespresso war sehr balanciert - etwas Körper fehlte unserer Meinung nach aber.

Das Café lädt sehr zum Verweilen ein und ist sehr geschmackvoll eingerichtet. Neben Kaffee gibt es ein breites Angebot von anderen Getränken sowie Süßspeisen und Sandwiches. Hier lässt es sich gut für 1-2 Stunden aushalten.
 

Integral Café (149 Elizabeth St)

Das Integral Café in SOHO hat ein besonderes Konzept. Die Firma handelt selbst mit Rohkaffee und ist ausschließlich auf Nicaragua spezialisiert. Dementsprechend integriert das Unternehmen sehr viele Teile der Wertschöpfungskette. Das hörte sich vielversprechend an. Leider konnte das Ergebnis in der Tasse mit unseren Erwartungen nicht mithalten. Der Espresso war unbalanciert mit starker Säure (Essig-Note) und wenig angenehmen Geschmacksprofilen.

Die anderen Getränke waren zwar von der Aufmachung spannend (zB spezielle Halloween-Getränke) - geschmacklich aber leider auch nicht rund.

Wir sind dann beim Heimfahren noch bei Joe Coffee vorbeigefahren ;-) ...

 

Weiterlesen:
London: Ein Kaffee-Reisebericht
Südkorea - ein Kaffeeparadies
Melbourne Coffee Tips

 

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